Verfügbarkeit – In den Fängen der „9er“

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Als grundlegend wichtiger Punkt im Themenkreis Data Center gilt nach wie vor „Verfügbarkeit“, englisch „Availability“. Dabei geht es vor allem um eines – eine möglichst hohe Anzahl an Neunen vor dem Prozentzeichen. Dabei stellt sich natürlich die Frage: „Wieviel 9er sind genügend für meinen Einsatzzweck?“

Eine berechtigte Frage, angesichts der Bedeutung der Zahlen. Denn je mehr Neunen stehen, desto kürzer ist die jeweilige Ausfallzeit pro Jahr. So stehen „Drei Neuner“ (99,9 Prozent) für eine Ausfallzeit von 88 Stunden pro Jahr, „Fünf Neuner“ (99,999 Prozent) für 5,3 Minuten und „Sechs Neuner“ (99,9999 Prozent) für 32 Sekunden pro Jahr. Ein gravierender Unterschied also.

Verfügbarkeit steht für eine bedingte Wahrscheinlichkeit, also das ein System den gewünschten Dienst zum gewünschten Zeitpunkt ausführt. Das bedingt, dass ein System – wenn es ausfällt – auch wieder repariert und der Service wiederhergestellt werden kann. Je kleiner also die Distanz zu den hundert Prozent, desto kürzer die Zeit, in der das System repariert wird.

Ein anderer wichtiger Begriff ist Zuverlässigkeit, englisch „Reliability“. Dieser unterscheidet sich von der Verfügbarkeit dadurch, dass er für die Wahrscheinlichkeit steht, das ein System unter definierten Bedingungen seinen Dienst für eine bestimmte Zeitspanne ausführt. Zuverlässigkeit wird oft in „Mean Time Between Failure (MTBF) oder „Failure Rate“ (Ausfallrate) angegeben. Im Gegensatz zur Verfügbarkeit ist Zuverlässigkeit eine nicht bedingte Wahrscheinlichkeit, es ist also keine Zeit für Reparatur und Wartung eingerechnet.

Zum besseren Verständnis ein paar Vergleiche, was 99,9 Prozent Verfügbarkeit im realen Leben bedeuten würden, berechnet von unseren britischen Kollegen. So würden 99,9 Prozent beispielsweise:

  • 44 Minuten verschmutztes Trinkwasser pro Monat
  • 3 Notlandungen pro Woche auf dem Londoner Flughafen Heathrow
  • 3.000 von der Post verlorene Briefe pro Stunde
  • 9.000 unkorrekte Banküberweisungen pro Stunde
  • 36.000 ausgefallene Herzschläge pro Jahr (gesamt 9 Stunden)


Es ist wichtig zu verstehen, dass die Verfügbarkeit der Rechenzentrums-Performance nicht nur auf Technik und Zertifizierungen beruht. Sondern - und vor allem auch - auf der überlegten operativen Planung und Disziplin. Dafür sind ein erfahrenes und gut ausgebildetes Team für den Rechenzentrumsbetrieb, reife MPOs & SOPs, disziplinierte Sicherheitsprozesse und überlegene Technik wichtig. Diese gilt es zu kombinieren, um eine überlegene Verfügbarkeit der Rechenzentrumsleistung zu gewährleisten.



In der heutigen „always-on digital world“ bedeuten Ausfallzeiten entgangene Einnahmen. Hypothetische Tier-Ratings sind zwar durchaus interessant, eine nachweisbare Erfolgsbilanz, mit starker Performance und einem reifen und disziplinierten Rechenzentrumsbetrieb, ist aber deutlich wichtiger, um die Risiken für Ihr Unternehmen zu minimieren.