Bei welchem Bond-Bösewicht ziehen wir am liebsten ein?

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Eine magnetische Luxusuhr, sich auf Knopfdruck ändernde Nummernschilder oder der Raketenrucksack für den stilvollen Abgang: Technische Spielereien gehören zu James Bond wie die Olive zum Martini. Zwar treten sie in den letzten Filmen der Reihe ein wenig in den Hintergrund. Dennoch: Technologie aus der Serie wegzudenken erscheint so undenkbar wie England ohne Queen.

Zweifellos erscheinen die Spielzeuge mit Beginn des Internet-Zeitalters höher entwickelt und in gewisser Hinsicht realistischer. Oder umgekehrt: Die Realität hat den Erfindergeist von Q teilweise eingeholt. Die ausfahrbare Landkarte im legendären Aston Martin DB5 aus den Sechzigern erschien damals wie reine Science-Fiction – interaktive Landkarten in Autos? Gibt’s doch gar nicht … Heute dagegen sieht man Raoul Silva in Skyfall vor „Alltagstechnik“ in (zugegeben verdächtig leisen) Racks, mit der er seine Cyberattacken ausführt.

Augenblick mal! Server? In Bond-Filmen? Wir kamen ins Grübeln … und haben für Sie die Top-5 der Hauptquartiere von Bond-Gegenspielern zusammengestellt. Und uns gefragt, wo man wohl am besten ein Rechenzentrum unterbringen könnte, um die ganze Technik zu steuern.

Blofelds Chalet in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“

Das luxuriöse Chalet in den Schweizer Alpen ist nicht gerade ein besonders diskreter Ort. Dennoch hat die Lage immense Vorteile, wenn man potenzielle Eindringlinge außen vor halten möchte. Denn physische Sicherheit – die natürlich für jeden Bond-Gegenspieler besonders zählt – ist hier durchaus gegeben. Und: Es gibt genug kalte Bergluft, um ein effektives Kühlsystem einzurichten. Allerdings ist das Chalet nur mit Helikopter oder der Seilbahn zu erreichen. Das würde die Kosten immens in die Höhe treiben. Denn nicht nur die IT wäre zu transportieren. Auch Diesel für die Aggregate zu besorgen wäre im Wortsinn eine Sisyphusarbeit …

Scaramangas Insel in „Der Mann mit dem goldenen Colt“

Apropos abgelegene Orte: Abgelegener als die Privatinsel des Auftragskillers Francisco Scaramanga kann man sich kaum ein Rechenzentrum vorstellen. Wenngleich solche tropischen Paradiese vielleicht eine Herausforderung für die Kühlsysteme darstellen könnten: Hinreichend Solarstrom sollte sich in jedem Fall produzieren lassen (passend vielleicht mit Goldrahmen für die Kollektoren?). Außerdem könnte sich die Abgeschiedenheit als Traumziel für menschenscheue Technikgenies erweisen. Doch ein Seekabel für die Datenverbindung sollte schon in erreichbarer Nähe sein …

Die Raumstation von Hugo Drax in „Moonraker“

Ein Rechenzentrum im Weltall? Das klingt schon sehr nach Zukunftsmusik. Bei Licht betrachtet allerdings werden in der Umlaufbahn der Erde schon heute unfassbar viele Daten gesammelt und verarbeitet. Notorische Schwarzseher würden jetzt vielleicht Latenzzeiten zum Problem machen wollen. Trotzdem: Wenn es um Cold Storage geht, kann man wirklich schlechtere Ideen haben …

Karl Strombergs Tiefseebasis in „Der Spion, der mich liebte“

Rein von der Zweckmäßigkeit gesehen, hat Atlantis schon seine ganz eigene Anziehungskraft: Klar, das Haifischbecken ist extrem praktisch, um ungebetene Gäste loszuwerden. Doch es nimmt einiges an wertvoller Rack-Fläche weg (wer hat eigentlich gesagt, dass man als Bösewicht immer nur vor einfachen Entscheidungen stehen muss?). Ebenfalls extrem charmant: Sicherheit dürfte auch ohne Haie kein großes Problem sein. Außerdem kann das Meerwasser als unendliche Ressource für kostenfreie Kühlung dienen –und gleichzeitig über eine Turbine gratis Strom liefern: Schließlich war das Haifischbecken teuer genug. Und irgendwo muss man ja auch sparen …

Blofelds Vulkan in „Man lebt nur zweimal“

Ein echter Krater und eine eigene Monorail-Bahn: das coolste Versteck. Aller. Zeiten. Und da haben wir noch kein Wort über die Helipads und die Geschütze verloren. Erst recht noch kein Wort darüber, dass diese Basis im Vulkan verschwindet und von außen praktisch unsichtbar ist. Wenn nicht allein wegen der Location des vorletzten Connery-Bond – schon bei der Ausstattung würden unsere geneigten Mitbewerber garantiert grün vor Neid. Allerdings: Wer käme auf die abenteuerliche Idee, ein Rechenzentrum in einen erloschenen (?) Vulkan zu bauen? Sag niemals nie! Und schon verliert der Krater leider eben doch all seine Coolness. Dennoch: Das Piranha-Becken ließe sich bestimmt auch noch anderswo einbauen …