Cloud stärkt Finanzdienstleister

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Das Image einer Bank als sicherer Hort gilt noch immer. Ana Botin, Vorstandsvorsitzende der Bank Santander, baut auf diesem Image auf: «Banken sind hervorragend positioniert, anderen Unternehmen (oder auch Privaten) Dienstleistungen wie Datenspeicherung anzubieten», verriet sie kürzlich der Financial Times. Und tatsächlich: Santander soll die erste global operierende Bank werden, die ihren Kunden Speicherkapazität in der Cloud anbietet. Dies ist die Retourkutsche auf die Herausforderung von Firmen wie Google und Apple, die von der anderen Seite her über ihr angestammtes Territorium hinausgehen – und sich einen Teil des Bankenkuchens abschneiden möchten, insbesondere im Bereich des Zahlungsverkehrs.
Santander ist nur EIN Beispiel für die vielen Annäherungen der Finanzwelt an die Cloud.

Menschen vertrauen Banken mehr als Google & Co. 

Dass Banken in der Tat grosses Vertrauen geniessen und dass eine Bank nicht nur ein guter Ort ist um sein Vermögen, sondern auch seine Daten zu bunkern, belegt eine aktuelle Studie von Bizrate Insights/Connexity: 72% von über 6000 befragten Personen sind der Ansicht, dass ihre Kreditkartendetails bei ihrer Bank sicher sind. 45% haben dieses Vertrauen immerhin noch in Amazon, hingegen nur 21% in Apple und 13 % in Google.

Public Cloud auch für Schweizer Finanzdienstleister möglich

In der Schweiz wird das Auslagern von Finanzdaten durch die Finma geregelt, massgebend dafür ist ihr Rundschreiben 2008/7. Technisch macht die Finma keine eigentlichen Einschränkungen – solange das Finanzinstitut den verfassungsmässigen Datenschutz gewährleisten kann, ist auch die Benützung einer Public Cloud denkbar. Die amerikanischen Kollegen der Finma, die Beamten der Financial Industry Regulation Authority (FINRA), machen sogar selber vor, für wie sicher sie die Auslagerung an Drittanbieter halten: Sie haben vor Kurzem ihre Plattform in eine Public Cloud verlegt, nämlich zu AWS (Amazon Web Services).

Schritt in die Cloud nur eine Frage der Zeit

Der Schritt in die Cloud, wenn auch nicht gleich ausschliesslich in die Public Cloud, ist denn auch für fast die Hälfte der Banken in naher Zukunft denkbar. Laut einer Studie (Januar 2015) der Cloud Security Alliance, planen bis 47% der weltweit befragten Finanzinstitute, einen Mix von Inhouse-IT sowie Private und Public Clouds einzusetzen. Der Rest setzt ausschliesslich auf Private Clouds (18% ) oder es können keine Angaben gemacht werden, da sich die Strategie noch in Planung befindet. Keines der befragten Institute plant hingegen, in naher Zukunft eine Mehrheit ihrer Anwendungen in einer Public Cloud zu hosten, womit der Entwicklungsstand der Finanzbranche hinter anderen Sektoren zurückbleibt. 2013 sagte ein Studie von Gartner voraus, dass im Jahr 2016 schon über 60 % der Banken weltweit die meisten ihrer Transaktionen in der (Public) Cloud verarbeiten würden. Nun, es wird wohl etwas länger dauern. Tatsache ist, dass irgendwann kein Weg an der Cloud vorbeiführen wird – frühe Umsteiger erhöhen hier den Konkurrenzdruck, da Cloud Services die Leistungsfähigkeit eines Finanzinstitutes optimieren können, was letztlich das Vertrauen der Kunden stärkt und so zu Mehrgeschäft führen kann.

Cloud bietet Vorteile gegenüber altgedienten IT-Systemen

Wie in anderen Branchen werden auch für Finanzinstitute die Elastizität, Agilität und Skalierbarkeit der Cloud sowie die Möglichkeit, Investitionskosten durch operative Kosten zu ersetzen, die stärksten Pro-Cloud-Argumente darstellen.
Einzigartig für den Finanzsektor und andere stark regulierte Branchen ist die Tatsache, dass die Cloud für neue IT-Anwendungen sorgen kann, die sicherer und gesetzeskonformer sind als bisherige. Finanzinstitute stellen zunehmend fest, dass altbewährte IT-Technologie nicht mehr genügt, um die Anforderungen der heutigen Finanzlandschaft zu erfüllen, die von globalen Regulierungen und strengen Reporting-Ansprüchen charakterisiert wird. So verlangt zum Beispiel der amerikanische Dodd-Frank-Act nach einer höheren Transparenz im Over-The-Counter (OTC) Markt für Derivate. Für Finanzinstitute bedeutet dies, dass ein immer grösser werdendes Datenvolumen getrackt, jede Transaktion in Echtzeit aufgezeichnet werden muss. Diese Anforderungen können althergebrachte Inhouse-IT-Systeme stark belasten, was zu ernsthaften Ausfall- und Latenzproblemen führen kann (die immense Datenmenge von über 3 Mrd. Einzeldaten täglich war denn auch ausschlaggebend für den Entscheid der FINRA, in eine Public Cloud zu migrieren).

Hybrid Cloud als Antwort auf Sicherheitsfragen

Banken können immense Verluste erleiden, wenn im Datenverkehr Verzögerungen auftreten, selbst wenn sich diese im Bereich von Millisekunden bewegen. Deshalb verspüren Finanzunternehmen immer weniger Lust, das Risiko einer verminderten Verfügbarkeit aufgrund veralteter Computerinfrastruktur zu tragen. Dennoch ist der Sprung in die Cloud nicht gar so selbstverständlich, denn trotz der breiten Erkenntnis, dass die herkömmliche IT viele Nachteile birgt, sorgt das Thema Sicherheit in der Public Cloud noch immer für erhebliche Bedenken.
Deshalb geht das Hybrid IT-Konzept – es verbindet herkömmliche IT mit Cloud- Anwendungen sowie Inhouse- mit ausgelagerter IT – in Zukunft als klarer Gewinner hervor. Für einige Unternehmen ist diese Zukunft etwas weiter entfernt: Riesige, global agierende Finanzdienstleister wie die grösste Schweizer Bank, die UBS, benötigen naturgemäss etwas mehr Zeit für Veränderungen. UBS Group CTO Corey Voo sagte Mitte 2014: «Wir gehen hybrid, wenn es es soweit ist, aber für uns ist es dies noch nicht. Und ich glaube nicht, dass es schon in zwei Jahren bereit sein wird.» Kleinere Unternehmen sind agiler und können schon früher auf die Vorteile einer IT-Cloud setzen, womit sie sich Wettbewerbsvorteile verschaffen können.

Cloud Connect verbindet die Finanzcommunity

Um Hybrid-IT Realität werden zu lassen, benötigen Finanzinstitute eine hervorragende Connectivity zwischen ihrem On-Premise Data Center und der Cloud. Diese hervorragende Connectivity kann Interxion ihrer Finanzcommunity zur Verfügung stellen. Eine Finanzcommunity, die aus Brokern, Unternehmen im HFT-Bereich, Börsen und anderen führenden Finanzdienstleistern besteht, die in den Finance Hubs von Interxion residieren. Cloud Connect, die innovative Lösung von Interxion, sorgt für Zugang zu vielen Cloud Service Providern. Dies ganz einfach, durch eine einzige, physische Verbindung. Dies verschafft den Unternehmen die Möglichkeit, sensitive Daten inhouse zu lagern und zu verarbeiten, während andere Informationen in die Public Cloud migrieren – eine klassische Win-Win Situation, die wohl die unmittelbare Zukunft der IT der Finanzdienstleister prägen wird.

Peter Moebius freut sich mit Ihnen das Thema Cloud zu erörtern. Melden Sie sich unter peterm@interxion.com