Ist Zürich gerüstet für die FinTech-Revolution?

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Momentan vollzieht sich ein Umbau der Finanzdienstleistungen, der vor allem die Konsumenten zu den Gewinnern macht. Dass Services immer kundenfreundlicher werden, ist insbesondere das Verdienst vieler innovativer Start-ups, die die Möglichkeiten des Cloud-Computings auszunutzen wissen. Der Finanzplatz Zürich hat es dabei in der Hand, auch in Zukunft an der Spitze mitzuspielen.

Traditionelle Bankdienstleister werfen das Augenmerk immer stärker auf Innovation und Zusammenarbeit. Oder besser: die Innovation kommt meistens aus der Zusammenarbeit, und zwar derjenigen mit hungrigen Start-ups, die völlig neue Lösungen für Zahlungsvorgänge und andere Bankdienstleistungen auf Lager haben.
Zürich hat dabei die besten Voraussetzungen, zu einem der weltweit führenden FinTech-Hubs zu werden, der sich mit London, Singapur und dem Silicon Valley messen kann. Denn in Zürich kommen einige

Voraussetzungen trefflich zusammen, die ein eigentliches Biotop für FinTech-Unternehmen bilden.

Finanz-Know-How, Kapital und Kooperationsmöglichkeiten

Nebst Know-How, Risikokapital und einem dynamischen Regulierer werden für erfolgreiche FinTech-Lösungen auch attraktive Kooperationsmöglichkeiten benötigt. Voraussetzungen, die in Zürich aktuell oder in naher Zukunft zweifellos erfüllt sind: Auf der Wissensseite steht neben dem traditionellen Know-How des Finanzplatzes zum Beispiel das FinTech Innovation Lab Zürich, ein geplantes Netzwerk, bei dem die Universität Zürich, die ETH und die Fachhochschulen sich eng mit der FinTech-Szene verknüpfen. Auch Kapital, insbesondere Seedmoney, lässt sich in Zürich relativ leicht beschaffen. Da die aufstrebenden Unternehmen für das eigene Geschäft interessant sind, ist die Chance gross, dass Banken für FinTech-Start-ups auch grösseres Risikokapital einfacher beschaffen können als für andere Branchen. Und wie steht es mit der Regulierung? Wie freundlich ist sie gegenüber Innovatoren im Finanzbereich, für die Geschwindigkeit oft ausschlaggebend ist? Nicht alle Start-ups stimmen hier in ein Loblied über den Schweizer Regulator, die Finma, ein. Zu stark konzentriere sich diese darauf, Risiken möglichst fern zu halten. Doch hier signalisiert Finma-Chef Mark Branson ein Umdenken. So erklärte er kürzlich in einem Referat, dass die Finma Innovation als wichtigen Treiber der Wettbewerbsfähigkeit der einheimischen Finanzindustrie erachte, in den weitaus mehr Energie gesteckt werden sollte als in aufwendige Rückzugsgefechte für aussterbende Geschäftsmodelle. So habe die Finma zum Ziel, die Regulierung technologie- und geschäftsmodellneutral auszugestalten. So könnten die gleichen Voraussetzungen für alle Marktteilnehmer geschaffen werden, ob etablierter Finanzdienstleister oder Start-up-Unternehmen.

Colocation in Rechenzentren und andere Kooperationsmöglichkeiten

Kommen wir zum vierten Punkt, den attraktiven Kooperationsmöglichkeiten. Auch hier steht Zürich gut da und braucht sich vor anderen Finanzplätzen nicht zu verstecken. Zu solchen attraktiven Kooperationsmöglichkeiten gehört auch Colocation in hochsicheren Rechenzentren, in denen sich eigentliche FinTech-Cluster bilden können. Wie zum Beispiel bei Interxion Zürich, wo sich Finanzunternehmen und Start-Ups auf einer gemeinsamen Plattform treffen. Ein weiteres Beispiel für eine innovative FinTech-freundliche Infrastruktur ist die kürzlich aus der Taufe gehobene «Cloud Initiative für FinTech Unternehmen und Finanzinstitute».
In ihr vereinigen sich die Firmen Safe Swiss Cloud, UPC Cablecom, Interxion und Solace, um ein umfassendes FinTech «One-Stop-Shop-Paket» bereitstellen. Dank diesem Service erhalten FinTech-Unternehmen und Finanzinstitute unkompliziert Zugang zu FINMA RS 2008/07 konformen Cloud-Dienstleistungen. Sie sind sofort operativ und müssen sich nicht selber um die Konformität mit den regulatorischen Vorgaben kümmern. UPC Cablecom stellt in diesem Paket einen doppelt gesicherten Internet Zugang bzw. feste Glasfaserverbindungen zur Verfügung; Safe Swiss Cloud sorgt für eine flexible Cloud-Infrastruktur, Interxion für ein hochsicheres Rechenzentrum und Solace für eine innovative Messaging as a Service Lösung. Alles in allem also beste Voraussetzungen für einen innovativen Schweizer Finanzplatz.