James Bond und die Angst vor Big Brother

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Ein Tipp für alle, die den neusten James-Bond-Film «Spectre» noch nicht gesehen haben: Vielleicht hören Sie jetzt mit Lesen auf, denn wir werden Ihnen ein paar Sequenzen daraus verraten müssen...

In «Spectre» besitzt der Bösewicht, vor dem James Bond die Welt wieder einmal retten darf, keine Atombombe, keine lunaren Todesstrahlen und keine goldene Pistole. Nein, die Bedrohung im neusten James-Bond-Abenteuer kommt von einer ganz anderen Seite: von «Big Brother». Eine riesige, automatisierte Überwachungsorganisation soll die nationalen Geheimdienste ablösen: Unsere Daten werden miteinander verknüpft, Videokameras zeichnen all unsere Schritte auf und jede Kommunikation wird abgehört. Natürlich gelingt es 007, dies in letzter Sekunde zu verhindern. Doch: Kommt James Bond nicht ohnehin zu spät? Ist unsere Privatsphäre nicht ohnehin schon arg strapaziert? Vielleicht sollte man da geografisch differenzieren: Denn es spielt eine Rolle, in welchem Land Daten gelagert werden. Zwei Beispiele: In den USA drängen die Sicherheitsdienste schon seit Langem darauf, dass Internetservice-Provider die Surfdaten ihrer Kunden eine gewisse Zeit lang aufbewahren und auf Anfrage herausgeben müssen. Und in Europa?

Just zur Premiere von «Spectre» wurde in Grossbritannien ein Gesetz vorgelegt, das die britischen Kommunikationsdienstleister dazu verpflichten soll, den Webbrowserverlauf ihrer Kunden während eines Jahres aufzubewahren und bei Bedarf Staatsstellen zur Verfügung zu stellen. In der Schweiz wäre ein solcher Angriff auf die Integrität des Bürgers wohl kaum denkbar. Es zeigt sich also immer stärker, dass es sich lohnt, Daten in der Schweiz zu verarbeiten und zu lagern. Zum Beispiel im Colocation Data Center von Interxion in Zürich. Selbst auf die Gefahr hin, dass dann «Her Majesty's favourite Spy» arbeitslos würde...