Setzen Cloud-Bedenken den Unternehmenserfolg aufs Spiel?

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Im letzten Blog haben wir festgestellt, dass nur jeder dritte Entscheider in Schweizer Unternehmen davon überzeugt ist, dass ihm die Analyse von Big Data Wettbewerbsvorteile bringen kann. Wir dürfen vermuten, dass für die restlichen zwei Drittel die Skepsis nicht nur der Komplexität von Big Data zu verdanken ist: Speicherung, Verarbeitung und Analyse grosser Datenmengen ist ohne Cloudanbindung nicht denkbar. Und für so manches Schweizer Unternehmen hat «die Cloud» lange Zeit ein Niemandsland bedeutet, in dem tausend Gefahren lauern.

Sicherheitsbedenken (oft sehr diffuse) hindern noch immer viele Unternehmen daran, sich eingehend mit dem Thema Cloud zu beschäftigen. Sie riskieren dabei, gegenüber progressiveren Mitbewerbern ins Hintertreffen zu geraten. Immerhin: die Akzeptanz der Cloud wächst, ja, Cloud- und andere ausgelagerte Services bilden 2016 gar den einzigen Wachstumsmarkt in der Schweizer IT. Über 60% der Schweizer Unternehmen werden bis im nächsten Jahr zumindest Teile ihrer IT ausgelagert haben und Cloud-Dienste in Anspruch nehmen. Damit liegen sie gleichauf mit globalen Strömungen: Emerson Power Networks schätzt, dass zwei Drittel der Rechenvorgänge in Rechenzentren im Jahr 2025 über Cloud-Dienste abgewickelt würden. Laut Cisco soll dies noch eher der Fall sein: Schon im Jahr 2017 sollen 63% der Rechenvorgänge in der Cloud stattfinden. Ein Drittel der Schweizer Unternehmen steht ausserhalb dieser Entwicklungen. Diese Unternehmen werden weiterhin das umzingelte gallische Dorf spielen und jegliche IT tapfer selbst kontrollieren und inhouse verwalten. Dass die restlichen zwei Drittel Cloud-Diensten positiver gegenüber stehen als auch schon, hat nicht nur mit Überzeugung zu tun. Sondern vor allem mit finanziellen Aspekten: Steigender Kostendruck (Frankenstärke!) trifft auf den Anspruch an die Unternehmen, effizienter, günstiger und agiler als die Mitbewerber zu sein. Forderungen, die vor allem mittels Investitionen in IT gelöst werden könnten. Doch in den Schweizer Unternehmen stagnieren 2016 die Ausgaben für IT auf Vorjahresniveau, das Wachstum beträgt gerade einmal 0,7%. Cloud Computing und Outsourcing versprechen Einsparungen, der IT-Franken ist plötzlich mehr wert. Dies überzeugt in der Folge auch diejenigen IT-Entscheider, die sich dem Thema bis anhin verschlossen haben. In den nächsten vier Jahren wird sich der Anteil der Ausgaben für IT im Eigenbetrieb denn auch mehr als halbieren, von 70 auf 30%, derjenige der Investitionen in Outsourced Private Clouds wird sich verdreifachen, von 8 auf 25%. So wächst gleichzeitig die Infrastruktur, die von Big Data und dem Internet der Dinge benötigt werden. Und ist diese Infrastruktur erst mal vorhanden, werden Big Data-Lösungen wohl auch für diejenigen Unternehmen interessant, die heute noch kaum einen Gedanken daran verschwenden. Dies kann zu einer weiteren Beschleunigung führen und selbst die erwähnten Prognosen für das Ende des Jahrzehnts in den Schatten stellen. Wie geht man mit dieser Unsicherheit um, wie können Unternehmen den grossen Herausforderungen – wie unvorhersehbar steigender Datenflut und hohem Bedarf an Speicherplatz – entgegentreten? Den meisten ist klar, dass sie sich im Alleingang nicht bewältigen lassen. Die Ausgaben für externe Sourcing Lösungen (Managed Services, Cloud Computing) werden 2016 denn auch über 10 Mal stärker wachsen als der IT-Gesamtmarkt. Unternehmen möchten für Änderungen kurzfristig bereit sein. Deshalb heisst der eigentliche Trend « Flexibilität». Eine Flexibilität, die zum Beispiel mit Colocation in einem Data Center sehr effizient geschaffen werden kann. Damit Unternehmen auf die Herausforderungen von Big Data und Internet der Dinge bestens vorbereitet sind.

 

(Datenquellen: intern, UBS, MSM Research, Emerson Power Networks, Cisco)