Die Quadratur des Kreises – verhindern Normen und Standards die Innovation bei Rechenzentren?

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Social Media, mobile Applikationen, Big Data oder Cloud-Anwendungen: Kontinuierlich steigende Datenmengen machen erhebliche Investitionen nötig, damit bestehende Rechenzentren mit den aktuellen Entwicklungen mithalten können.

Schon jetzt stehen über 70 % der IT-Verantwortlichen* vor der Herausforderung, mit sinkenden Budgets steigende Anforderungen abzufedern. Besonders in stark regulierten Bereichen, etwa im Bank-, Versicherungs- oder Gesundheitssektor, befürchten Unternehmen, dass sie ihre Effizienz aufgeben müssen: Nämlich häufig, wenn sie Industriestandards buchstabengetreu befolgen; denn genau das führt häufig zu noch höheren Bau- und Betriebskosten.

Gleichzeitig lassen Cloud-Anbieter wie Microsoft, Amazon oder Google die Kosten-Nutzen-Analyse interner Rechenzentren nicht gerade im besten Licht erscheinen: Schließlich schlagen diese Dienste in aller Regel nur mit etwa zehn Prozent der Kosten eines üblichen internen Rechenzentrums zu Buche.
Im Gespräch mit Kunden und Interessenten sehen wir häufig, dass Industriestandards haarklein umgesetzt wurden – jedoch zu welchem Preis? Manchmal ist es Kunden nicht bewusst, aber Effektivität wird (vorsätzlich) geopfert, weil Industriestandards befolgt werden „müssen“. Das heißt im Umkehrschluss: mit höheren Bau- und Betriebskosten.

Was, wenn die Quadratur des Kreises doch möglich wäre? Mit dem neuesten Stand der Technik branchenübliche Standards weit übertreffen, technische Details genauso wie die Effizienz optimieren – und auch noch die nötige Verfügbarkeit einhalten?

Standards als Fundament für Innovationen

Bei Interxion greifen wir auf genau solche Standards zurück: Zum Beispiel, indem wir auf Bausteine des Uptime Institute, der Telecom Industry Association (TIA) und des Building Industry Consulting Service International (BICSI) zurückgreifen. Damit nutzen wir ständige Innovationen und betreiben unsere Rechenzentren deutlich effektiver.

Die Vorteile, am Puls des Fortschritts zu bleiben: Zunächst haben wir Millionen Euro an Investitions- und Betriebskosten gespart. Außerdem konnten wir die Effizienz steigern und realisieren trotzdem eine statistische Verfügbarkeit von 8*9.

Einige Beispiele, wo wir bestehende Normen verbessert haben:

  • Statt Sprinkler-Anlagen benutzen wir Gas als bevorzugte Brandschutzmethode: So können die Systeme unterbrechungsfrei weiterlaufen.
  • Wenn es gesetzlich erlaubt ist, verwenden wir keine „Not Aus“-Schalter für die Systeme des Rechenzentrums. Einzige Ausnahme sind rotierenden Maschinen wie Dieselgeneratoren.
  • Wir haben alle PVC-ummantelten Kabel aus sämtlichen IT-Räumen entfernt. Im Brandfall besteht die Gefahr, dass die Rückstände des PVC die IT-Systeme beschädigen könnten.
  • Für die statistische Verfügbarkeit von Tier-IV haben wir ein alternatives Design eingeführt. In der Folge hat das Uptime Institute in 2010 die Tier-Norm geändert: Mittlerweile verfolgt man einen offeneren Ansatz , der die Anforderungen umschreibt, anstatt ein Übersichtsschaltbild zu liefern.

Angenommen, ein 1000 Quadratmeter Rechenzentrum ist für 2 Kilowatt pro Quadratmeter Kundenlast ausgelegt: Dann spart dieses alternative Konzept 3,3 Mio. Euro Baukosten und Ersatzinvestitionen sowie 245.000 Euro Energiekosten pro Jahr.

Die Quadratur des Kreises

Sie sehen: Mit den neuesten Innovationen lässt sich die Planung und Konstruktion weit über gängige Industriestandards hinaus verbessern. Und der positive Nebeneffekt ist eine Effizienzsteigerung, ohne Abstriche bei der geforderten Verfügbarkeit machen zu müssen.

Mit anderen Worten, Sie müssen kein Online-Unternehmen mit riesigen Serverfarmen sein, um mit fortschrittlichem Design Ihres Rechenzentrums entscheidend voranzukommen. Denn Innovation und die Vorteile bei Investitions- und Betriebskosten bringen für alle Betreiber von Rechenzentren entscheidenden Nutzen.

Erfahren Sie mehr und treffen Sie den Autor Lex Coors bei unserem Webinar gemeinsam mit Stephen Worn
(Datacenter Dynamics) und Pim Bilderbeek (The METISFiles):

Donnerstag, 11. Juni, 16.00 Uhr – am besten gleich registrieren!

Lesen Sie dazu auch unser Technical Briefing Paper “Do Industry Standards Hold Back Data Centre Innovation” (in Kooperation mit Datacenter Dynamics, auf Englisch).

*Quelle: Datacenter Dynamics, 2014 Census