Deutliche Anzeichen für grundlegenden Wandel – was Unternehmen jetzt wissen müssen

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Die Anzeichen sind nicht zu übersehen: Nur noch maximal fünf Jahre gibt eine aktuelle Studie dem Betrieb eines eigenen Rechenzentrums beziehungsweise dem vollständigen Outsourcing der IT. Weil beide Modelle gravierende Nachteile mit sich bringen, sind sie auf Dauer nicht zu halten. Effizienter und effektiver ist schon heute eine Kombination aus Colocation und Hybrid Cloud. Unternehmen sollten daher jetzt die richtigen Weichen stellen.

Im Auftrag von Interxion führte Research in Action eine Studie unter 500 IT-Entscheidern mittelständischer und großer Unternehmen durch, die jetzt unter dem Titel „Infrastrukturtrends 2016 in Deutschland“ vorliegt. Ein Teilnehmer fasst die Lage so zusammen: „Als normales Industrieunternehmen können Sie heute im eigenen Rechenzentrum weder die optimale Performance noch die günstigsten Konditionen erzielen. Ein eigenes Rechenzentrum ist weder effizient noch effektiv.“

Viele Unternehmen wollen sich daher bald von ihren gewachsenen Strukturen lösen: In den nächsten drei bis fünf Jahren wird sich die Zahl der eigenen Rechenzentren in Deutschland voraussichtlich fast halbieren. Dabei wird die Infrastruktur, wie die Studie zeigt, nicht komplett ausgelagert. Im Gegenteil, auch das vollständige Auslagern der IT ist rückläufig. Stattdessen wollen Unternehmen verstärkt auf Colocation und Cloud-Lösungen setzen (siehe Grafik).

Connectivity, Performance, Latenz

Dieser Wandel kommt nicht von ungefähr. In vielen Branchen wie etwa Medien & Telekommunikation, Energie oder Finanzen wachsen die Anforderungen an die verwendeten Applikationen und die Art der Datenverarbeitung. Ein direkter Anschluss an Internetaustauschknoten wird immer wichtiger. Zudem wollen Unternehmen von den Vorteilen eines direkten Zugangs zu verschiedenen Clouds profitieren und für ihre steigenden Anforderungen zwischen verschiedenen Connectivity-Anbietern wählen.

Im Grunde genommen geht es in allen Unternehmen um die gleiche Frage: Wie können wir unsere Services mit gleichbleibender Qualität so schnell wie nötig und möglichst effizient ausliefern? Häufig basieren die Antworten auf guter Connectivity, stabiler Performance und niedriger Latenz. Eine Erkenntnis, die sich bereits durchgesetzt hat und die dazu führt, dass viele derjenigen Unternehmen, die sich von ihrem bisherigen Modell verabschieden, ein hybrides Modell planen oder sich für eine Colocation-Lösung entscheiden.

Wie steht es um die Sicherheit?

Durchgeführt wurde die Studie in Zeiten großer Unsicherheit: „Safe Harbor“, das transatlantische Datenschutzabkommen, war bereits gekippt, das Nachfolgeabkommen „EU-US Privacy Shield“ noch nicht ausformuliert. Kein Wunder, dass die in Deutschland traditionell ohnehin hohe Sensibilität hinsichtlich Datenschutz und Datensicherheit von vielen Befragten als Hindernis bei der Nutzung der Cloud angegeben wurde: Weder Budgetfragen noch personelle Ressourcen waren den Unternehmen so wichtig wie die Frage, ob ihre Daten in der Cloud sicher sind (siehe Grafik).

Nachvollziehbare Bedenken, die bei rationaler Betrachtung den Trend hin zu Colocation und Hybrid Cloud weiter beflügeln dürften. Denn bei Ausfallsicherheit, Redundanz sowie physischer Sicherheit sind es hochmoderne Colocation-Rechenzentrum wie die von Interxion, die die Standards setzen – und zudem hat die Debatte um Safe Harbor und Privacy Shield dafür gesorgt, dass der physische Standort noch stärker in den Fokus gerät. Auf welchem Hoheitsgebiet das Rechenzentrum steht, in dem ein Unternehmen seine Daten verarbeitet, wird immer mehr zum ausschlaggebenden Kriterium.

Das bleibt auch den Anbietern von Cloud-Lösungen nicht verborgen, die daher verstärkt auf die Präsenz in europäischen Rechenzentren setzen. Unternehmen, die das Colocation-Angebot von Interxion nutzen, können sich über Cloud Connect sogar direkt mit den Clouds von beispielsweise Amazon und Microsoft verbinden. Schneller und sicherer geht es nicht.

Was sollten Unternehmen jetzt tun?

Der Wandel hat gerade erst begonnen – aber er ist unumkehrbar. Für deutsche Unternehmen, ob Global Player, Hidden Champion oder Innovator, ist die Wahl des richtigen Anbieters für Colocation und Hybrid Cloud daher schon jetzt eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit. „Eine hybride Cloud-Nutzung innerhalb eines Cloud-affinen Colocation-Rechenzentrums erscheint dabei als besonders attraktiv“, schließt die Studie von Research in Action. „Der schnellste Weg in die Cloud ist auch der direkteste: eben nicht durch die Wolken, sondern mittels einer direkten physischen Verbindung am selben Ort. Colocation-Anbieter, die in ihrem Portfolio einen Direktzugang zu möglichst vielen Public Cloud Providern anbieten können (,Multi Cloud‘), werden hier langfristig einen starken Attraktivitätsgewinn für IT-Endverbraucherunternehmen verzeichnen.“

Grafik

Größte Hemmnisse für die Cloud-Nutzung
Betriebsmodelle IT-Infrastruktur heute und morgen