Ausnahmezustand EM – wie hält unsere IT das nur aus?

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Events wie die Europameisterschaft bündeln die Aufmerksamkeit: Tausende Fans in den Stadien und Millionen vor den Bildschirmen fiebern mit ihrer Mannschaft mit.

Damit sie ihre Spiele in bester Qualität erleben können, arbeiten viele verschiedene Menschen mit den verschiedensten Aufgaben Hand in Hand – dazu gehören auch immer mehr ITK-Unternehmen. Gerät die IT durch ein solches Massenevent an die Grenzen ihrer Belastbarkeit?

Die einfache Antwort lautet: nein – bislang gab es jedenfalls noch keine nennenswerte technische Störung, die den Empfang getrübt oder gar unterbrochen hätte. Die etwas kompliziertere Antwort lautet: nein – wenn sich alle Beteiligten gut vorbereitet und ihre verfügbaren Kapazitäten vernünftig geplant haben.

So zum Beispiel der bei Interxion gehostete Internetaustauschknoten DE-CIX, den die EM kalt lässt. Warum? Weil die Infrastruktur sehr gut skalierbar ist. Selbst wenn beispielsweise zur Halbzeitpause oder nach Schlusspfiff ein deutlicher Anstieg bei datenintensiven Diensten zu verzeichnen wäre: Die Kapazitäten sind vorbereitet.

Die UEFA fühlt sich auch gut gerüstet. Deren ITK-Chef Daniel Marion beschreibt bei ZDNET, wie routiniert die UEFA mit technischen Anbietern zusammenarbeitet. Der Fußballverband hat zwar speziell für das Turnier eine eigene „IT-Kommandozentrale“ errichtet – doch die dort eingesetzte Technologie hat sich, wenn auch in kleinerem Maßstab, bereits bei der Europa League und der Champions League bewährt.

Neu ist für die UEFA allerdings der weit verbreitete Einsatz von Smartphones und Tablets. Nicht nur Fans nutzen ihre mobilen Geräte – als Second Screen – immer öfter auch während der Übertragung. Auch für das Personal vor Ort sind die Devices samt eigens entwickelter Apps inzwischen unerlässlich. Wichtig dabei ist, dass die Arbeit damit offline möglich ist. Fußballstadien verfügen oft über dicke Betonwände und längst nicht alle haben überall Netzabdeckung.

Darin unterscheidet sich die Arbeit im Stadion von der im Rechenzentrum. Denn während im Stadion der Netzausfall fest eingeplant wird, werden Rechenzentren ausfallsicher geplant und betrieben – damit Fans und Nutzer im Idealfall nicht einmal bemerken, wie zuverlässig und reibungslos die nötige Infrastruktur im Hintergrund ihre Arbeit verrichtet.