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Connectivity, Latenz und Sicherheit – worauf es in der Smart City ankommt

Von: Volker Ludwig

Wer schon einmal in Frankfurt einen Fahrschein für den ÖPNV gekauft hat, kennt das Prinzip der Waben und wer sich schon einmal mit Pendlern unterhalten hat, weiß: Das System mit den Waben ist nicht für alle gleichermaßen fair. Für alle, die es nicht kennen: Wie viel eine Fahrt im Frankfurter ÖPNV kostet, hängt nicht davon ab, wie lange die Strecke ist, sondern durch wie viele Waben sie führt.

Das ist schlecht für alle diejenigen, die in der einen Wabe wohnen und in einer anderen arbeiten, also für viele Pendler. Darum steht das Projekt „RMVsmart“ stark im Fokus der Öffentlichkeit. Dessen Ziel ist es, ein Tarifangebot zu entwickeln, das sich an der tatsächlich zurückgelegten Strecke bemisst. Dazu werden bis Ende März 2017 die Einzelfahrten von 20.000 Testkunden erfasst und zwar per Smartphone.

Weil „RMVsmart“ potenziell sehr viele Menschen da betreffen könnte, wo sie es direkt spüren – am Geldbeutel –, gehört es zu den Smart-City-Projekten, die entsprechend viel Aufmerksamkeit erfahren. Es ist jedoch längst nicht das einzige Projekt, mit dem, „traditionelle Netzwerke und Services durch den Einsatz digitaler und Telekommunikationstechnologien effizienter werden, zum Nutzen von Bewohnern und Unternehmen“, so die Definition der Europäischen Kommission für die intelligenten Städte.

Daten sind das Herzstück jeder Lösung

So werden unter dem Begriff Smart Grid in Frankfurt auch Wege gesucht, die Stromnetze besser auszulasten. Die wichtigste Aufgabe ist es dabei, Angebot und Nachfrage so anzugleichen, dass es weder Überkapazitäten noch Engpässe gibt. Basis hierfür sind entsprechende Mess-Einrichtungen sowie Informations- und Kommunikationstechnik in beide Richtungen.

In einer Stadt wie Frankfurt mit rund 730.000 Einwohnern und zudem täglich etwa einer halben Million Besuchern ist auch ein funktionierender Verkehr überlebenswichtig (ganz unabhängig von den Ticketpreisen). Aufgabe der Verkehrsleitzentrale ist es, diesen Menschen möglichst reibungslose Wege zu ermöglichen und im Störfall schnell sinnvolle Alternativen bereitzustellen.

Die Aufgaben in einer Smart City decken eine große Spannbreite ab und so unterschiedlich wie die Herausforderungen sind auch die Lösungen. Eines jedoch ist allen Projekten gemein: Sie sind sehr datenintensiv. Sobald es um Menschen in Bewegung geht und diese Bewegung zudem in einer so belebten und verdichteten Stadt wie Frankfurt erfolgt, kommt es auf Meter und Sekunden an. Sinnvoll ist die smarte Stadt nur, wenn die nötigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ankommen. Gelingt das nicht, wird aus der vermeintlich smarten Lösung schnell ein überflüssiger oder sogar peinlicher Versuch.

Digitale Infrastruktur kann auch bremsen

Für die Smart City ist daher die digitale Infrastruktur entscheidend. Sie unterstützt und beflügelt die intelligenten Anwendungen – kann sie aber auch zum Scheitern verurteilen, wenn die drei entscheidenden Faktoren außer Acht gelassen werden: Connectivity, Latenz und Sicherheit.

Connectivity: Eine große Auswahl an Connectivity-Optionen ermöglicht es den Akteuren in der Smart City, sich einfach und kostengünstig zu vernetzen, ihre Daten unkompliziert und direkt miteinander auszutauschen und so für jede Aufgabenstellung die ideale Verbindung einzugehen, sei es lokal, regional oder international.

Latenz: Eine geringe Latenz ermöglicht es, Daten ohne nennenswerte Verzögerungen auszuwerten, auszutauschen und an den benötigten Standort zu schicken. Gerade in der Smart City, wo Informationen im Zweifelsfall in Echtzeit bereitgestellt werden müssen, machen sich Einschränkungen schnell bemerkbar.

Sicherheit: Die Akzeptanz von Lösungen wie „RMVsmart“ hängt in hohem Maß davon ab, ob die Bewohner der smarten Lösung ihre persönlichen Daten wie Bewegungsprofile und Bankverbindungen anvertrauen. Zudem ist es für das Funktionieren der smarten Stadt unbedingt notwendig, derartige Anwendungen erfolgreich vor Missbrauch abzuschirmen. Sicherheit ist also ein absolutes Muss.

Frankfurt bietet beste Voraussetzungen

In den hochmodernen Rechenzentren von Interxion sind alle für den Erfolg nötigen Voraussetzungen gegeben. Frankfurts digitale Infrastruktur ist europaweit vorbildlich und steht der von Städten wie Barcelona, New York oder London in nichts nach. Dennoch rangieren diese Städte in den einschlägigen Rankings zum Thema Smart City weit vor Frankfurt. Es ist also zu hoffen, dass die bestehenden Projekte in Frankfurt erfolgreich bleiben und anderen Akteuren als Vorbild dienen. Wir als Anbieter von Rechenzentrumsdienstleistungen drücken jedenfalls die Daumen und sorgen dafür, dass unsere Infrastruktur auch noch die innovativsten und engagiertesten Vorhaben unterstützt.