Erste Ergebnisse des Projekts „Frankfurt Cloud“ auf der CeBIT vorgestellt

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  • Seit fünf Monaten konstanter und fehlerfreier Betrieb
  • Selbst extrem heterogene Anwendungen operieren problemlos
  • Hochverfügbare Rechenzentrumsumgebung als entscheidender Faktor für Ausfallsicherheit und Hochverfügbarkeit

Frankfurt, 1. März 2011 Interxion, ein führender europäischer Anbieter von Carrier-neutralen Rechenzentrumsdienstleistungen für Colocation, hat heute gemeinsam mit der Deutschen Bank, der Goethe Universität in Frankfurt und dem GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung die ersten Ergebnisse der Projektinitiative „Frankfurt Cloud“ vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine auf dem Rechenzentrums-Campus von Interxion in Frankfurt betriebene Cloud-Computing-Infrastruktur, deren Sicherheit, Leistungsfähigkeit und Ausfallsicherheit durch permanente Stresstests unter wissenschaftlicher Beobachtung kontrolliert und ausgewertet wird.

Seit Projektbeginn stellte sich heraus, dass auch extrem heterogene Anwendungen in der „Frankfurt Cloud“ sehr konstant, hochverfügbar und ausfallsicher betrieben werden können. So kam es im Betriebszeitraum zu keinem einzigen Problem oder Absturz. Derzeit besteht ein Auslastungsgrad der „Frankfurt Cloud“ von bis zu 80 Prozent. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass die Cloud-Infrastruktur aufgrund der hohen Flexibilität bei der Ressourcenbuchung und bei der Einrichtung der Systeme von den Anwendern aus dem Wissenschaftsbereich sehr gut angenommen wurde. Die Projektteilnahme soll künftig auch anderen Unternehmen ermöglicht werden.

„Frankfurt Cloud“ wurde am 1. Oktober 2010 gestartet und beherbergt zahlreiche verschiedene Forschungsanwendungen der Universität Frankfurt. Das Spektrum reicht dabei von wirtschaftlichen Fragestellungen im Bereich Financial Risk Management über Simulationen bis hin zum Verständnis von Sternenexplosionen (Supernovae). Mit diesen auslastungsintensiven Anwendungen sollen zum einen die Grenzen der Belastungsfähigkeit der Cloud ausgelotet und zum anderen unterschiedliche Anforderungsprofile untersucht und ausgewertet werden. Dabei geht es in erster Linie darum, in Zukunft eine stark fragmentierte Anwenderlandschaft auf Dauer zuverlässig, flexibel und robust mit Cloud Services zu bedienen. In diesem Kontext werden bereits heute verschiedene Abrechnungs- und Zugriffsmodelle über ein Selbstbedienungsportal getestet.

„Der Datenumschlagplatz in Frankfurt war für die Etablierung der ‚Frankfurt Cloud’ ideal, da er neben der optimalen Infrastruktur auch über die Anbindung an 150 verschiedene Carrier und ISPs verfügt. Diese Attribute sind Bestandteil unseres Cloud-Hub-Ansatzes und das ‚Frankfurt Cloud’ Testfeld ist der erste Schritt, diese Strukturen dauerhaft zu etablieren“, erklärt Peter Knapp, Geschäftsführer der Interxion Deutschland GmbH.

„Für die Deutsche Bank ist die Etablierung der ‚Frankfurt Cloud’ ein ideales Testfeld, um noch ungeklärte Fragen im Bezug auf die Technologie in einem realen Umfeld zu untersuchen. Dabei geht es um die Implementierung, die Kapazitätssteuerung, Abrechnungs- und Preismodelle sowie zahlreiche rechtliche, regulatorische und sicherheitsrelevante Fragen. Für uns ist jedoch klar, dass sich nutzwertorientierte Technologien langfristig durchsetzen werden und man immer dann Vorteile hat, wenn man frühzeitig Erfahrungen sammelt und die Entwicklung aktiv mitgestaltet“, sagt Dr. h.c. Hermann-Josef Lamberti, COO und Mitglied des Vorstands der Deutsche Bank AG.

„In der Vergangenheit war die Diskussion um Cloud Computing stets zu einem großen Teil von der Theorie geprägt – konkrete Anwendungen hingegen gab es nur wenige. Mit dem Projekt ‚Frankfurt Cloud’ klären wir aktuelle Fragen für unterschiedliche Anforderungsprofile der Nutzer und deren Verhalten beim selbstgesteuerten Bezug von Rechenkapazitäten. Darüber hinaus geht es darum, wer Zugriff auf die Daten bekommt, wie die Abgrenzung der Privatsphäre erfolgt und wie bei gleichzeitiger Nutzung der Infrastruktur durch mehrere Kunden die Datensicherheit garantiert wird. Die Stresstests wiederum sollen Anhaltspunkte zur Optimierung der Cloud im Hinblick auf Leistungsfähigkeit und Ausfallsicherheit liefern“, erklärt Prof. Dr. Clemens Jochum von der Goethe Universität in Frankfurt.

„Die ‚Frankfurt Cloud’ ist für uns eine ideale Ergänzung unserer internen Cloud. Wir versuchen in diesem Kontext für unsere Nutzer eine Art ‚Hybrid Cloud’ aufzubauen. Falls die Ressourcen bei GSI nicht ausreichen, sollen die Anforderungen transparent an externe Clouds weitergereicht werden. Mit der ‚Frankfurt Cloud’ gelang das trotz der unterschiedlichen Cloud-Basis-Software auf Anhieb. Nach rechenintensiven Simulationen für den Strahlenschutz und Rechnungen aus der theoretischen Kernphysik werden wir die Cloud in das Grid für das ALICE Experiment beim CERN einbinden,“ sagt Dr. Peter Malzacher von der GSI.