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Ruhe bewahren und weiter geht’s im Colo-Business

Warum Carrier sich um eine Infrastruktur-Vielfalt kümmern sollten.

Nach: Michael Rabinowitz

Internet-Ausfallzeiten kosten Schweizer Unternehmen viel Geld, denn ohne Internet läuft bei vielen Firmen gar nichts. Aber wie beeinflussen Netzwerkunterbrechungen die Konnektivitäts-Anbieter selbst?

Mit globalen Netzwerken, von denen erwartet wird, dass sie bis 2021 mehr als 3000 Exabyte übertragen - eine 127-fache Steigerung gegenüber 2005 - wird die Toleranz der Kunden für Serviceunterbrechungen weiter sinken und die Einnahmequellen der am wenigsten zuverlässigen Carrier mitnehmen. Nur wenige Sekunden Ausfallzeit können den Umsatz und die Reputation eines Carriers beeinträchtigen. Swisscom ist immer wieder in den Medien wegen Netzwerkproblemen und kämpft mit frustrierten Kunden.

Angesichts der steigenden Popularität digitaler Inhalte müssen Carrier, ISPs und CDNs eine möglichst breite Zielgruppe erreichen und gleichzeitig eine gute Nutzererfahrung gewährleisten. Von Video-on-Demand bis hin zu Online-Spielen akzeptieren Endbenutzer nicht mehr die zweitbeste Leistung - und es war noch nie einfacher für sie, einfach zu einem anderen Anbieter zu wechseln.

Aber selbst die besten Netzwerkanbieter können durch Naturkatastrophen, Routing-Fehler oder unerwartete Überlastungen überrascht werden. Im Dezember 2006 durchbrach das Erdbeben in Hengchun neun der elf Kabel, die durch die Luzonstrasse zwischen Taiwan und den Philippinen führten, und halbierte die Internetkapazität Hongkongs im Handumdrehen. Andere Vorfälle, wie der berüchtigte AT&T-Netzwerkabsturz im Jahr 1990, bei dem über 75 Millionen Ferngespräche unterbrochen wurden, zeigen regelmässig die potenzielle Fragilität unserer modernen, datengesteuerten Wirtschaft.

Belastbarkeit und Redundanz

Die heutigen Carrier müssen näher an Kunden und Partnern sein, um Reichweite und Leistung zu maximieren und gleichzeitig Redundanz und Belastbarkeit zu schaffen.

Carrier-neutrale Colocation bietet eine gute Lösung für diese beiden Herausforderungen: die Einrichtung mehrerer Netzwerk-Points of Presence (PoPs) neben den grössten Verkehrsknoten des Internets, in der Nähe von Metropolen und internationalen Unterwasserverbindungen. Zum Beispiel ist das Zentrum Londons ein idealer Ort, um die 8,6 Millionen Einwohner und 976.000 Unternehmen der Hauptstadt zu erreichen. Die Metropolregion Zürich ist auch eine gute Option: In Zürich leben 1.66 Mio Einwohner und es werden 41% der gesamten Schweizer Wirtschaftsleistung hier erbracht.

Durch die Auswahl von carrier-neutralen Colocation-Einrichtungen, die Haupt-Internet-Exchanges (IXPs) beherbergen, können Konnektivität-Anbieter die Widerstandsfähigkeit ihrer Netzwerke dramatisch verbessern, indem sie die Infrastruktur diversifizieren, um Single-Point-of-Failure zu eliminieren.

Ein paar gute Lösungsansätze gibt es schon

Das Internet-Peering ist so ausgelegt, dass es als Mesh funktioniert, wobei die Kapazität auf vielen verschiedenen Systemen zur Verfügung steht, so dass die Traffic-Verteilung auf Alternativen ausweichen kann, wenn eine Datenroute beschädigt ist. Heute verlassen sich die Kunden von Interxion auf die 20 Austauschknoten und über 3.000 Peering-Möglichkeiten für Reichweite, Ausfallsicherheit und Leistung.

Colocation macht auch wirtschaftlich Sinn: Carrier-neutrale Einrichtungen stellen selbst keine Konnektivitäts-Dienste bereit und konkurrieren somit nicht um Kunden. Diese florierenden Konnektivitäts-Zentren ziehen auch einen Marktplatz potenzieller Kunden in netzwerkintensiven Sektoren wie Cloud, digitale Medien und Finanzdienstleistungen an.

Da Zuverlässigkeit das Ziel ist, müssen Netzwerkanbieter natürlich auch Colocation-Einrichtungen suchen, die State-of-the-Art-Resilienz und -Sicherheit bieten. Jede gut funktionierende Colocation-Einrichtung sollte auch durch strikte SLAs, bewährte Einhaltung von Industriestandards und modernste Systeme zur Überwachung und Verwaltung von Vorgängen rund um die Uhr unterstützt werden. Suchen Sie nach 99,999% Verfügbarkeits-SLAs sowie einer garantierten Antwort von Ingenieuren in Minuten, wenn Probleme auftreten.

Mit mehreren PoPs, die verschiedene Colo-Einrichtungen abdecken, können Carrier, Netzwerkanbieter und ISPs einen einfachen und effektiven Weg zu grösserer Belastbarkeit und Leistung gehen. Falls Sie Colocation erwägen, dann wird Ihnen unsere Checkliste bei der Wahl eines geeigneten Providers helfen.