Blog

Das Internet entwickelt sich jetzt lokal

Der Datenverkehr im Internet nimmt weiterhin zu - sowohl an Umfang als auch an Geschwindigkeit. Angetrieben wird dieser Aufschwung von mehreren Faktoren: neuen Geräten mit Internetzugang, der Verfügbarkeit von Bandbreite in Wachstumsmärkten und der Verbreitung von Anwendungen, die eine höhere Bandbreite erfordern.

Nach einem Bericht von „We Are Social“ für 2017 verfügt heute über die Hälfte der Weltbevölkerung über Internetzugang. In einigen Ländern wie z.B USA, Japan oder Grossbritannien liegt der Anteil der Internetnutzer bei über 90 %, was kaum noch Wachstumspotenzial zulässt.

Ausserdem bewegen sich die Wachstumsraten des weltweiten Internetverkehrs (ausser in einigen Entwicklungsländern) nicht mehr auf dem Niveau der vergangenen Jahre. Die hohe weltweite Durchdringung ist ein Zeichen für die weitreichende Abdeckung, die in den vergangenen Jahren erreicht wurde. Neue Installationen von Infrastruktur gibt es vor allem in den Entwicklungsmärkten, in denen die Versorgung mit Bandbreite schneller wachsen wird. Für den Zugriff auf diese Technologie sind heute geringere Investitionen als früher nötig. 

Preise für Datenübertragung fallen

Der Ausbau der weltweiten Internetinfrastruktur hat zu mehr Effizienz bei der Datenübertragung und somit zu einem Rückgang der Preise für IP-Verkehr beigetragen. Mit dem Preisrückgang und dem Verkehrsanstieg entsteht auch ein Nebeneffekt bei den Internetkosten: die leistungsstärksten Internetanschlüsse (100 Gbit/s) sind im Vergleich zu den Anschlüssen mit geringerer Kapazität (10 Gbit/s) relativ preisgünstiger. Es bleibt zu hoffen, dass die Preise für IP-Verkehr weiter sinken, auch wenn der Rückgang aufgrund der Skaleneffekte vor allem in den Emerging Markets mit starkem Wachstum zu spüren sein werden.

Private Netzwerke machen Konkurrenz

Die Hauptrolle bei der Entwicklung in den Märkten weltweit spielen die grossen Content-Anbieter, wie Google, Microsoft und Facebook, die ihre eigenen Transatlantikkabel verlegen.

Auf diese Weise schaffen sie private Netze, die den Netzen der bisherigen Internetanbieter auf vielen der wichtigen Strecken Konkurrenz machen. Dies lässt einen starken Wettbewerb erwarten, bei dem Kunden bei Anbietern grosse Datenpakete kaufen und dafür ihre eigenen Konditionen diktieren können, was weiter zum bereits seit mehreren Jahren andauernden Preisverfall beitragen würde.

Preissenkungen sind auch bei den Internetknoten zu erwarten, da das stetig zunehmende Verkehrsaufkommen Kosteneinsparungen ermöglicht.

Inhalte erweitern die Kommunikationsnetze

Der von den Endnutzern und deren enormer Nachfrage nach Inhalten ausgeübte Druck wirkt sich direkt auf die Zusammensetzung des weltweiten Internetverkehrs aus. Der höhere Bandbreitenverbrauch spiegelt sich dabei im grösseren Angebot der lokalen Zugangsnetze wieder.

Der Ausbau lokaler Knoten zur Verteilung von Inhalten und zur Einrichtung von Zwischenspeichern an neuen Standorten ist eine direkte Folge davon. Dieses Wachstum auf regionaler Ebene wird sich nicht proportional auf die Entwicklung der weltweiten Internetanschlüsse auswirken.