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Amazon setzt verstärkt auf künstliche Intelligenz

Mit mehr Mitarbeitern und höheren Investitionen in Forschung und Entwicklung baut der E-Commerce-Riese in seiner Geschäftsstrategie verstärkt auf künstliche Intelligenz.

Mit einem Topf von rund 200 Millionen Euro im Jahr allein für die Anwerbung von Mitarbeitern hat sich Amazon bei der Suche nach den besten Technikern, IT-Experten, Analysten und Entwicklern im Bereich künstliche Intelligenz an die Spitze potenzieller Arbeitgeber gesetzt. Dies ist nur einer der Bereiche, in denen Amazon bei der Forschung und der Entwicklung von Anwendungen und Technologien für maschinelles Lernen voranschreitet. Die Grundlagen dafür wurden bereits 2014 gelegt, wie das WIRED-Magazin detailliert beschreibt.

Amazon-Gründer und CEO Jeff Bezos hat einmal mehr unterstrichen, dass künstliche Intelligenz in den Geschäftsmodellen des Unternehmens eine wichtige Rolle spielt. Amazon nutzt diese Entwicklungen unter anderem, um seine Algorithmen zur Klassifizierung für die Produktsuche voranzutreiben, Empfehlungen zu verwirklichen, persönliche Angebote zu verschicken, neue Geschäftsmodelle zu erstellen, Betrug zu erkennen und maschinelle Übersetzungen zu erzeugen.

Mit diesem Ziel vor Augen hat Amazon in Tübingen ein neues Forschungszentrum eingerichtet, in dem über 100 Mitarbeiter an der Entwicklung künstlicher Intelligenz zum Zwecke einer besseren Kundenerfahrung arbeiten werden. 2018 wird in Barcelona ein ähnliches Zentrum eröffnen, in dem man sich mit der automatischen Extrahierung von Mustern aus riesigen Datenbanken beschäftigen wird, um genaue Vorhersagen treffen zu können.

„Ein Großteil unserer Arbeit im Bereich Machine Learning ist kaum sichtbar“, so Bezos. Amazon möchte, dass maschinelles Lernen vor allem dazu genutzt wird, die Anwendungen der Plattform für Online-Handel zu verbessern. Im Hinblick auf das neue Bekleidungssortiment von Amazon zum Beispiel arbeiten die Entwickler an Systemen mit künstlicher Intelligenz, die die Trendvorlieben der Nutzer erkennen und ausgehend davon neue Designs erstellen.

Ein Team von Amazon in San Francisco hat einen Algorithmus entwickelt, der allein durch die Auswertung von Bildern genug über Modestile lernt, um eigene Kleidungsstücke entwerfen zu können. In Israel hat ein Forscherteam von Amazon ein System künstlicher Intelligenz entwickelt, dass bewerten kann, ob ein Outfit angemessen und modisch ist oder bald in Mode kommen könnte.

Doch nicht alle Fortschritte von Amazon im Bereich künstlicher Intelligenz dienen allein dem Online-Handel: einige werden auch als zusätzliche Dienstleistungen für die Entwicklung von Anwendungen angeboten. Zum Beispiel im Falle von Amazon Rekognition, einer Gesichtserkennungsplattform, die auf Grundlage künstlicher Intelligenz menschliche Gesichter identifizieren, unterscheiden und Emotionen erkennen sowie Gegenstände erkennen und markieren kann.


Ein weiterer Service mit großem Potenzial ist Amazon Polly. Hierbei handelt es sich um eine Technologie, die natürliche Sprache versteht und Text äußerst zuverlässig in Sprache umwandeln kann. Dabei wird die menschliche Sprechweise schnell und präzise nachgeahmt.

 

Das neue Forschungszentrum von Amazon in Tübingen ist Teil der „Cyber Valley“-Initiative zur Forschungsarbeit u.a. in den Bereichen Robotik und maschinelles Lernen, an der auch Unternehmen wie BMW, Bosch, Daimler und IAV beteiligt sind. Der finanzielle Beitrag von Amazon zum Cyber Valley geht in die Ausbildung und in die Forschungsarbeit der Studierenden im Bereich künstliche Intelligenz am Max-Planck-Institut.