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Cloud Gaming – der neue Gaming-Trend

Bis jetzt war das Cloud-Modell wegen der negativen User Experience noch keine wirkliche Alternative in der Gaming-Welt. Neben Netzwerkverzögerungen gab es Schwierigkeiten mit der Infrastruktur, der Netzwerk-Kapazität und dem Remote-Zugriff. Das aber ändert sich jetzt mit dem Aufkommen von ‘Cloud Gaming’ – dem sogenannten ‘Netflix für Gamer’. Auch wenn Cloud Gaming eigentlich noch in den Kinderschuhen steckt, steht fest, dass der zukünftige Gaming-Trend in Richtung Cloud geht.

Jeder dritte Schweizer ist ein Gamer!

Die Schweizer Videospielszene boomt: In weniger als einem Jahrzehnt hat sich das Schweizer Spieledesign zu einer starken Branche entwickelt und behauptet sich an einigen der weltweit führenden Videospielkonferenzen. Die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) hat als erste Schweizer Hochschule ein BA und MA-Programm in Game Design auf den Markt gebracht und die Erfolge lassen sich sehen. Wieviele Schweizer sich überhaupt mit dem Thema Gaming auseinandersetzen, zeigt nun eine neue eSports-Studie von 1011 Personen der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW): Die wöchentliche Spieldauer von Gamern beträgt ca. 11 Stunden. Rund 30% bezeichnen sich selbst als ‘Gamer’, und die Studie zeigt, dass das Smartphone die beliebteste Plattform für Videospiele ist. Mit der zunehmenden Verbreitung von Smartphones führen Unternehmen nun Cloud-Gaming für 5G-fähige Smartphones ein, was den Wachstum der Gaming-Branche vorantreibt.

Marktentwicklung

Der globale Gaming Markt setzt jährlich über 152 Millarden USD um, und das Marktpotential für Cloud Gaming ist gewaltig: Cloud Gaming soll von über 1 Milliarde USD im Jahr 2018 auf 8 Milliarden USD im Jahr 2025 wachsen. Mit seinen flexiblen Zahlungsmöglichkeiten in Form von monatlichen oder jährlichen Abonnements ist Cloud Gaming eine kostengünstige Alternative für Gamer.

Cloud Gaming – eine Definition

Ein Videospiel, das gestreamt wird, zählt zur Kategorie ‘Remote-Computing’. Die Cloud Gaming-Plattform ermöglicht dabei den Remote-Zugriff auf einen Server. Für den Gamer bedeutet dies im Idealfall eine gute User Experience (vergleichbar mit einem PC). Befehle werden durch Bewegen des Cursors oder Eingeben eines Kennworts an den Remote-Server gesendet und dann ausgeführt. Alles was der Remote-Server an Befehlen erhält, wird beim Streaming an den Benutzer übertragen. Wenn die Latenz minimal ist, ähnelt das Spielgefühl einem Game in Echtzeit.

Wie werden Cloud Gaming-Plattformen betrieben?

Cloud Gaming-Plattformen funktionieren ähnlich wie das Streamen von Filmen und Serien, wie dies bei Netflix der Fall ist. Das Spiel wird nicht direkt auf den Computer, die Konsole oder das Mobile abgespielt, sondern läuft über einen Server im Rechenzentrum.

Im Gegensatz zum Video-Streaming muss der Server aber viel härter arbeiten. Der grosse Unterschied liegt in der Anzahl der Befehle an den Server und deren Austausch mit dem Benutzer. Um einen Film zu schauen, wird nur eine Anfrage an den Server gesendet, der den Inhalt hostet. Wenn Netflix die Anfrage erhält, überträgt es den auf dem Server gehosteten Inhalt an den Benutzer.

Beim Streaming von Games ist der Vorgang ähnlich, aber ein wenig komplizierter. Jedes Mal, wenn der Gamer einen Befehl ausführt, gibt er damit Anweisungen über das Internet an den Server, und dieser aktualisiert das Game dann aufgrund dieser Anweisungen. Wenn mehrere Befehle ausgeführt werden, muss ein einziger Server antworten und aktualisieren, um das Spiel erfolgreich streamen zu können.

Zum Thema Latenz und Bandbreite…

Latenz bezieht sich auf die Zeit in Millisekunden, die ein Befehl benötigt, um im Netzwerk hin und her zu laufen. In der Welt der Videospiele ist die Latenz der Faktor, der die Qualität der Verbindung misst: Befehle an den Server müssen so schnell wie nur möglich verarbeitet werden.

Es gibt einen signifikanten Faktor, der die Latenz beeinflusst, und das ist die physische Distanz zwischen den Gaming-Server und dem Standort des Videospiels. Meistens ist die Latenzzeit besser, wenn der Abstand klein ist.

Cloud Gaming braucht Bandbreite, denn die Darstellung oder das Rendering des Spiels erfolgt auf Remote-Servern und die dort gehosteten Ressourcen erzeugen das Bild.

Wenn die Telekommunikationsnetze überlastet sind, können während des Spiels Probleme auftreten. Es sollte jedoch beachtet werden, dass mit bis zu 5 Mbit / s ein vernünftiges Ergebnis erzielt werden kann, obwohl die Bandbreite begrenzt ist. Da sich jedes Spiel ständig ändert, kann die Reaktion der Server auf die einzelnen Spieler zu einer guten oder schlechten User Experience führen.

Auch ist die Bereitstellung der Infrastruktur entscheidend für die Beurteilung des Erfolgs eines Cloud Gaming-Anbieters. Die Kombination der eigenen Infrastruktur mit der von grossen Anbietern wie AWS oder Google Cloud kann schwierig zu verwalten sein.

Die Rolle des Rechenzentrums

Der geografische Standort und die Infrastruktur des Videospiel-Anbieters sind besonders wichtig, um Probleme mit der Bildqualität und Verzögerungen zu vermeiden. Erst kürzlich hat Google seine neue Gaming-Plattform, Stadia, lanciert, mit der der Konzern gegen Konsolen und Gaming-PCs antritt. NVIDIA ist schon länger im Cloud Gaming Business: Die neuesten Zahlen zeigen, dass aus über 1000 Spielen, die von NVIDIA’s GeForce NOW-Servern gestreamt wurden, 30 Millionen Spielstunden generiert wurden. Rechenzentren wie Interxion spielen dabei eine wichtige Rolle, denn sie beherbergen diese Server.