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Naturgewalten und Georedundanz: So wählen Sie die richtigen Standorte für Ihre IT-Infrastruktur

Von: Mareike Jacobshagen

Für die IT-Infrastruktur moderner Unternehmen gilt: Daten und Systeme müssen sicher und verfügbar sein. Zu den bekanntesten Gefahren zählen dabei Datenverlust, Hackerangriffe und Stromausfälle. Weniger stark im Fokus stehen hingegen Einflüsse, die nicht von den Menschen oder der Technik ausgehen, sondern von der Natur. Doch auch auf diese Risiken sollten sich Unternehmen gut vorbereiten.

Hochwasser, Waldbrände, Starkregen, Erdbeben, Wind: Das sind einige der Naturgewalten, die Gebäuden und der Infrastruktur gefährlich werden können. Unternehmen sollten solche Ereignisse bei der Wahl des Standortes für ihr Rechenzentrum berücksichtigen – unabhängig davon, ob sie ein eigenes Rechenzentrum betreiben oder sich für Colocation entscheiden. Denn auch in Mitteleuropa ist davon auszugehen, dass die Natur zur Bedrohung für Gebäude und die darin betriebene Technik werden kann.

„Kriterien für die Standortwahl höchstverfügbarer und georedundanter Rechenzentren“ heißt eine aktuelle Veröffentlichung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, BSI. Dem BSI zufolge scheiden etliche Landstriche von vornherein als mögliche Standorte für höchstverfügbare Rechenzentren aus. Dazu gehören beispielsweise alle flussnahen Orte, die nicht mindestens zwei Meter über dem höchsten Pegelstand seit 1960 liegen. An der Nordsee gilt als Minimalvoraussetzung, dass Rechenzentren mindestens zwei Meter höher als die Deichkronenhöhe liegen müssen. An der Ostsee gilt ein Meter als ausreichend.

Ideal sind zwei redundante Rechenzentren in etwa 200 Kilometern Abstand

Eines der wichtigsten Prinzipien beim Betrieb moderner IT ist das Thema Redundanz. Redundante Infrastrukturen stellen sicher, dass beim Ausfall von System A die komplette Aufgabenlast ohne Unterbrechung von System B übernommen werden kann. Die Kriterien des BSI sehen vor, dass zwei redundant angelegte Rechenzentren „räumlich ausreichend weit voneinander entfernt aufgebaut sind“, sodass „selbst ein Großschadenereignis, wie die Schneekatastrophe im Münsterland im Jahr 2005 oder die Jahrhunderthochwasser der Elbe und der Donau im Jahr 2013 keinesfalls gleichzeitig oder zeitnah mehrere Rechenzentren der Redundanzgruppe treffen“.

Wie immer im Rechenzentrumsbetrieb gilt es auch hier, verschiedene Anforderungen mit den tatsächlichen Gegebenheiten und dem resultierenden Aufwand abzugleichen. Mit zunehmender Entfernung zweier redundanter Standorte sinken zwar die Risiken durch Naturgewalten. Gleichzeitig können aber an anderer Stelle Kosten zunehmen, beispielsweise durch weitere Anfahrtswege für Personal. Es gilt also, das ideale Mittelmaß zu finden. Laut BSI beträgt der ideale Abstand zweier redundanter Rechenzentren etwa 200 Kilometer – das entspricht der Entfernung zwischen Frankfurt und Düsseldorf. Beides sind Interxion Standorte und Unternehmen, bei denen Höchstverfügbarkeit wichtig ist und die ihre Risikoeinschätzung und -abwehr auch in Sachen Naturgewalten ernst nehmen, sind auf der sichereren Seite, wenn sie sich für diese Kombination entscheiden.

Die Rechenzentren von Interxion erfüllen übrigens nicht nur die Anforderungen des BSI an Georedundanz und den Schutz vor Naturgewalten. „Sollten die georedundanten Rechenzentren zur Verpflegung der Betriebsmannschaft durch ein und dasselbe Catering-Unternehmen versorgt werden, ist sicherzustellen, dass die Lebensmittel für mehr als ein Rechenzentrum nicht in der gleichen Küche oder Kantine zubereitet werden“, steht in den BSI-Kriterien unter „Sonstiges“. An den Standorten Düsseldorf und Frankfurt werden auch diese Vorgaben erfüllt: In beiden Städten gibt es im nahen Umfeld eine ausreichend hohe Anzahl internationaler und lokaler Gastroanbieter, sodass die Versorgung mit Lebensmitteln nicht getrennt, sondern sogar mehrfach redundant erfolgt.

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