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Die Digitalisierung passiert hier!

Eigentlich ist es kein Geheimnis: Die Digitalisierung schreitet voran. Immer mehr Dinge lassen sich online erledigen, sogar Zulassungsstellen nehmen neuerdings nach reichlich langer Vorlaufzeit Kfz-Anmeldungen online entgegen. Aber Digitalisierung ist mehr als die für alle sichtbaren Entwicklungen: Richtig spannend ist, was hinter verschlossenen Türen passiert. Am elften Frankfurter Symposium für digitale Infrastruktur gab Interxion Einblicke.

Das Internet hat eine Adresse, aber wer an dieser Adresse vorbeischaut, merkt schnell: Unangemeldeter Besuch muss leider draußen bleiben. Das Herz des Internets schlägt hinter verschlossenen Türen. Genauer gesagt, geschützt von einem fünfschichtigen Sicherheitskonzept. Aufs Gelände dürfen nur autorisierte Besucher, die einzelnen Rechenzentren sind zusätzlich geschützt („Personenvereinzelungsanlage“) und viele der hier betrieben Server laufen in nochmals gesicherten Cages. Einfach mal schauen, ist keine Option. Nicht einmal auf der Baustelle, auf der bis April 2020 Interxions neuestes Rechenzentrum, FRA15, entsteht.

Sicherheit – das ist einer der wichtigsten Gründe, warum Unternehmen ihre IT bei Colocation-Anbietern wie Interxion betreiben. Hier können sie sich darauf verlassen, dass ihre Systeme rund um die Uhr verfügbar und vor Missbrauch geschützt sind. Bei vielen von ihnen ist das schon allein deshalb wichtig, weil ihre eigenen Geschäftsmodelle auf dem Konzept des geschützten Raums basieren.

Sichere Datenräume in einem sicheren Rechenzentrum

In Frankfurt ist nicht nur das Internet zu Hause, die Stadt ist auch bekannt für ihre Skyline. Wenn Jan Hoffmeister diese Skyline sieht, zählt er gerne mit ausgestrecktem Zeigefinger nach, wie viele der Türme schon mit seiner Unterstützung den Besitzer gewechselt haben. „Es sind einige“, sagt er. „Manche davon sogar schon mehrfach.“ Hoffmeister ist Mitgründer und Mitglied der Geschäftsführung von Drooms, einem Unternehmen, das sichere Datenräume anbietet – Schwerpunkt: Immobilien.

Steht einer der Türme Frankfurts zum Verkauf, läuft ein komplexes Verfahren an, bei dem Verkäufer und Bieter, Anwälte und Agenten Informationen bereitstellen, abrufen, teilen und bewerten. Wer wann welche Daten zur Verfügung stellen oder einsehen darf, ist für alle Seiten wichtig. „Ein kleines bisschen Informationsverlust, kann schnell einen realen Verlust im Millionenbereich verursachen“, so Hoffmeister. Und das bei Projekten, bei denen allein für den Bereich Due Diligence gerne mal 100.000 Seiten Text anfallen, im Zweifelsfall mehrsprachig.

Im sicheren Datenraum von Drooms – betrieben im sicheren Rechenzentrum von Interxion – ist jederzeit klar, wie die Rechte vergeben sind, Verstöße können rechtzeitig erkannt werden und nach Abschluss wird der Deal revisionssicher archiviert. Das ist Digitalisierung, wie sie heute genutzt und erst durch eine wettbewerbsfähige, digitale Infrastruktur ermöglicht wird.

Warum braucht ein Traditionsunternehmen ein hochmodernes Rechenzentrum?

Nur ein paar Blöcke entfernt ansässig, aber in einem ganz anderen Bereich tätig ist Samson. Samson ist insofern ein typisches mittelständisches Unternehmen, als dass viele den Namen schon einmal gehört haben, ohne so recht zu wissen, was das Unternehmen eigentlich macht. Andreas Widl, Vorstandsvorsitzender von Samson, hat darauf eine kurze Antwort: „Wir machen Ventile.“ Und weil er ahnt, dass mit der kurzen Antwort nicht jeder etwas anzufangen weiß, schiebt er hinterher: „Jedes Rohr, durch das etwas geleitet wird, sei es Flüssigkeit oder Gas, toxisch oder nicht, braucht Ventile, die das regeln. Wir machen diese Regelventile.“

Samson stellt bereits seit über hundert Jahren Ventile her, sie sind in Anlagen auf der ganzen Welt zu finden, teils sind mehrere zehntausend bei einem einzelnen Kunden in Betrieb. Warum braucht ein derart traditionsreiches Unternehmen mit einem derart handfesten Produkt die Dienste eines hochmodernen Rechenzentrums?

„Weil der Erfolg der Vergangenheit kein Garant für den Erfolg der Zukunft ist“, erklärt Widl. „Und weil wir uns vom Capex hin zum Opex bewegen wollen.“ Um das zu erklären, verwendet Widl einen Begriff, der seine besten Tage als Buzzword eigentlich schon hinter sich hatte: Schwarmintelligenz. Aber wenn Widl von Schwarmintelligenz spricht, meint er nicht die Intelligenz einer großen Anzahl Menschen. Sondern die seiner Ventile.

„Unsere Ventile liefern Daten und wenn ein Produkt Daten liefert, wenn ein Ventil eine Eigenintelligenz bekommt und vernetzt wird, kommen wir in die Nähe sich selbst optimierender Systeme“, so Widl. In der Datenökonomie sind es solche Systeme, in denen künftige Innovationen und langfristige Umsätze zu erwarten sind. Samson entspricht mit seinem tiefen Verständnis um das eigene Produkt und die zugehörige Wertschöpfungskette dem, was Chris Boos, Gründer von Arago als entscheidenden Wettbewerbsvorteil deutscher Unternehmen gegenüber Amerika und China identifiziert hat.

Was wir bis 2019 gebaut haben, brauchen wir in den nächsten drei Jahren dreifach

Die Digitalisierung passiert hier und sie passiert jetzt. Das belegt die Geschichte von Schneider. Wenn die Rechenzentren von Interxion der Claim sind, auf dem das neue Gold geschürft wird und wenn Unternehmen wie Samson und Drooms diejenigen sind, die das Gold veredeln, dann ist Schneider derjenige, der den anderen die Schaufeln verkauft. Oder, um es zeitgemäß auszudrücken: Schneider liefert die Hardware, die es für den Betrieb der digitalen Infrastruktur braucht.

„Wir liefern alles, was für den unterbrechungsfreien Betrieb nötig“, sagt Michel Arres, Vice President von Schneider Electric. „Klimatisierung, Schalter, Stecker und so weiter.“ Treten die Prognosen von Arres ein, stehen wir, was den Bedarf an digitaler Infrastruktur und die Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle in Frankfurt angeht, vor einer regelrechten Nachfrageexplosion: „Alles, was wir bis 2019 gebaut haben, brauchen wir in den nächsten drei Jahren dreifach.“