Megatrend: Aus Daten Wissen und aus Wissen Wert schöpfen

  Jens Prautzsch     Author: Jens Prautzsch, Managing Director   

So vielfältig die aktuellen Technologietrends sind, sie haben alle die gleiche Basis: Immer geht es darum, Daten zu Wissen zu verarbeiten und daraus Wertschöpfungsketten zu schaffen. Dieser Trend ist langfristig, doch hinauszögern sollten Unternehmen angesichts der schnell ansteigenden Datenmenge die Entwicklung datenbasierter Geschäftsmodelle nicht. Was ihnen dabei helfen kann, ist die Verarbeitung ihrer Daten am besten dafür geeigneten Ort: im Colocation-Rechenzentrum.

Aus Sicht eines Betreibers von Rechenzentren fällt an den neun Technologietrends, die das Marktforschungsunternehmen Gartner für die nächsten Monate am wichtigsten hält, eine Sache besonders auf. In keinem der neun Trendbegriffe – Internet of Behaviors, Total Experience, Privacy-enhancing Computation, Distributed Cloud, Anywhere Operations, Cybersecurity Mesh, Intelligent Composable Business, AI Engineering Hyperautomation – steckt das Wort „Daten“.

Daraus allerdings abzuleiten, dass Daten bei den Zukunftstrends eine lediglich untergeordnete Rolle spielen, wäre ein Trugschluss. Das Gegenteil ist der Fall. Wer sich die Trends genauer anschaut, merkt schnell: Sie sind geprägt von Aussagen dazu, wie wichtig das Erheben, Verarbeiten und Interpretieren von Daten wird. Daten sind nicht nachrangig. Das Thema Daten ist allgegenwärtig und in einem Ausmaß entscheidend für die Zukunft der Wirtschaft und die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen, dass sich alle anderen Themen daran ausrichten. Daten sind nicht nur ein Trend. Sie rücken in Zeiten plattformbasierter Geschäftsmodelle ins Zentrum der Wirtschaft.  

 

Ein langfristiger Trend, der schnelles Handeln erfordert

Für Unternehmen besonders herausfordernd ist der Faktor Zeit. Denn einerseits ist eine weitsichtige Strategie für den Umgang mit Daten in Unternehmen entscheidend. Der langfristige Trend erfordert langfristige Planung. Andererseits müssen Unternehmen schnell handeln, sonst führt der rasante Anstieg der Datenmenge dazu, dass sie von dieser Datenlawine überrollt werden. Bis 2024 werden laut Data Gravity Index Report beispielsweise alle Forbes-Global-2000-Unternehmen so viele Daten gesammelt haben, dass sie Quantencomputer sowie zusätzliche 8,96 exaFLOPS an Rechenleistung und 15.635 Exabytes an privater Datenspeicherung benötigen, um sie wirkungsvoll nutzen zu können.

Solche schwer fassbaren Zahlen lassen sich am besten durch Vergleiche oder Metaphern veranschaulichen. Eine davon ist die von der Nadel und dem Heuhaufen. Wobei die Nadel für das erfolgreiche Geschäftsmodell steht – und das Heu für ebenso nutzlose wie unverzichtbar erscheinende und obendrein exponentiell zunehmende Daten. So einleuchtend die Metapher scheint, so schief ist sie. Denn Daten sind nichts, was Unternehmen auf der Suche nach dem Geschäftsmodell der Zukunft aussortieren sollten. Daten sind das Geschäftsmodell. Zurück zu unserem Vergleich: Die Aufgabe besteht nicht darin, nach der Nadel im Heu zu suchen, sondern aus dem Heu Gold zu spinnen.


Um mit Daten Geld zu verdienen, müssen sie beherrschbar werden

Die meisten der oben genannten, datenbasierten Trends haben unmittelbar die Umwandlung von Daten in Werte zum Ziel oder sie unterstützen Unternehmen dabei, dieses Ziel zu erreichen. Daten in Information zu transformieren, aus diesen Informationen Wissen zu schöpfen und aus diesem Wissen Wertschöpfungsketten zu erschaffen, gehört zu den Aufgaben von Data Scientists und Data Analysts, die in vielen Unternehmen bereits direkt an einen CDO und damit an die Führungsebene berichten. Auch das ist sicherlich eine Tendenz, die sich eher früher als später zum Trend entwickeln wird.

 

Das ideale Zuhause für Daten: ein Colocation-Rechenzentrum

Eine zum aktuellen Zeitpunkt noch größtenteils unerledigte, aber – angesichts des oben erwähnten Datenwachstums – dringende und wichtige Aufgabe ist das Konsolidieren der Datenbasis. Noch ist das metaphorische Heu zu kleinteilig und zu verteilt. Silos zusammenführen, Entfernungen zwischen Daten und Anwendungen überwinden, die Zusammenarbeit aller beteiligten Partner und über die Grenzen des eigenen Netzwerks hinweg ermöglichen, die Sicherheit und Integrität der Systeme und Daten gewährleisten, Latenzen minimieren, Bandbreiten optimieren: Das alles sind Voraussetzungen, die Unternehmen erfüllen müssen, bevor sie mit ihren Daten wirklich produktiv arbeiten können.

Viele von den Unternehmen, die auf diesem Weg schon weiter vorangekommen sind als ihre Mitbewerber, nutzen externe Colocation-Rechenzentren wie die von Interxion. Hier finden sie eine sichere und hochverfügbare Umgebung für ihre Daten und Anwendungen. Eine erstklassige Connectivity ermöglicht ihnen, gemeinsam mit ihren Communitys die digitalen Geschäftsmodelle der nahen Zukunft zu entwickeln und dank optimaler Bandbreiten und Latenzen werden auch sehr große und weiterhin rasant wachsende Datenmengen beherrschbar. Auch das ist ein Trend, der immer offensichtlicher wird und nicht mehr aufzuhalten scheint.