Dual Site Konzepte – IT-Betrieb mit Netz und doppeltem Boden

Autor: Holger Nicolay, Business Developtment Manager

„Sicherer IT-Betrieb“ ist ein Themenfeld, das ganze Bücherregale füllen könnte. Es erstreckt sich von Backup und Recovery über Virenschutz und Cyber-Security bis hin zu geografischen Redundanz- konzepten. Aber auch Versorgungssicherheit und sichere Netzwerke gehören dazu. 

Neben dem IT-Equipment und der krisensicheren Prozesse, ist besonders der Aspekt der Georedundanz von Relevanz.  

Eckpfeiler eines sicheren IT-Betriebs

Die Säulen eines sicheren IT-Betriebs umfassen diverse Redundanz-Konzepte, die der Datensicherung wie auch der Aufrechterhaltung der Geschäftsprozesse dienen. Spontan denken wir hierbei meist an die Betriebsredundanz innerhalb eines Rechenzentrums, die sich durch doppelte Stromzuführungen („A + B-Feed“), die unterbrechungsfreie Stromversorgung („USV“) und Notstromaggregate auszeichnet. Doppelt vorhandene Glasfaser-Hauseinführungen minimieren zudem Beeinträchtigungen in der Netzwerkanbindung. Und weil heutige Server mit ihren hochintegrierten Chips immer kleinerer Bauart zunehmend mehr Abwärme produzieren, hat auch die auf Ausfallsicherheit ausgelegte Kühlung des Rechenzentrums eminente Bedeutung.

Neben der Betriebsredundanz und den damit verbundenen kalkulier- und kontrollierbaren Szenarien gibt es jedoch Vorfälle die außerhalb des menschlichen Einflusses liegen. So sind Störungen durch Naturgewalten, wie Erdbeben oder Unwetter, auch bei maximalen Sicherheitsstandards nie ganz auszuschließen. Will man hier absolut auf Nummer sicher gehen, kommt der zweite Eckpfeiler eines sicheren IT-Betriebs, die Georedundanz, ins Spiel. 

Georedundanz als Lösung 

Wo der IT-Betrieb mit seinen wertvollen Daten niemals unterbrochen werden darf, sind Rechenzentrumsredundanzen die Lösung. Für regulierte Branchen wie z.B. im Finanzsektor sind Haupt- und Ausfallrechenzentren seit Jahren Vorschrift. Daher verfolgen diese Industrien konsequent eine Risikoverteilung auf mindestens zwei Standorte. Auch die großen Public-Cloud-Hyperscaler setzen für ihre Standorte in jeder ihrer Datacenter-Regionen jeweils auf mehrere „Availability Zones“. So werden z.B. im Großraum Frankfurt von jedem Anbieter meist drei, weit über das Stadtgebiet verteilte, Rechenzentren genutzt.

 Ausfallsicherheit kann nur gewährleistet werden, wenn die Unternehmens-IT nicht nur an einem Datacenter-Standort betrieben wird, sondern in zwei identisch ausgelegten Rechenzentren, die so organisiert und vernetzt sind, dass sie jederzeit für das jeweils andere “einspringen können”.

Jahrelang definierte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) den Abstand für zwei Rechenzentren mit 10 bis 15 Kilometern als ausreichend, um einen hochverfügbaren IT-Betrieb sicherzustellen. Diese Sichtweise änderte sich im Dezember 2018, als für den Mindestabstand nunmehr 200 Kilometer vom BSI empfohlen wurden. Zielsetzung ist, auch für unwetterbedingte und unvorhersehbare Großschäden, Industrieunfälle und flächendeckende Stromausfälle, durch georedundante Rechenzentren gewappnet zu sein.

Das passende Konzept identifizieren 

Nach wie vor erachten viele IT-Verantwortliche einen Abstand von 10 Kilometern zwischen ihren Rechenzentren als völlig ausreichend und setzen daher bewusst den Fokus auf „Betriebsredundanz“.

Diese recht kurze Distanz zwischen Rechenzentren hat unbestritten Vorteile: das IT-Personal kann flexibel binnen kürzester Zeit zwischen den beiden Standorten wechseln, dadurch werden die Personalplanung und synchronisierte Umbauarbeiten vereinfacht. Die Netzwerkkosten für die Verbindung der Rechenzentren untereinander sind darüber hinaus überschaubar: die kurze Distanz bringt kommerzielle Vorteile bei Providerkosten und eingesetztem Netzwerk-Equipment mit sich. Durch die geringe Latenz beim Datenaustausch sind zudem „Active/Active“-Spiegelungen möglich. Diese Nutzung von mindestens zwei parallel arbeitenden Rechenzentren, die sich bei einem Ausfall gegenseitig auffangen ist somit ein weiterer Schritt in Richtung Hochverfügbarkeit.

Grundsätzlich kommt bei vielen Anwendungsfällen der Signallaufzeit eine große Bedeutung zu, weshalb es notwendig sein kann, beide Rechenzentren unweit eines Verwaltungs- oder Produktionsstandorts zu betreiben. Denn anspruchsvolle Latenzanforderungen lassen sich nicht in 200 Kilometern Entfernung erfüllen. 

Wie können Colocation-Provider unterstützen?  

Im Kontext von Public-Cloud-Nutzung und hybrider IT wird deutlich, dass unterschiedliche Applikationen jeweils unterschiedliche  Anforderungen haben. Im Gegensatz zur Investition in die eigene Rechenzentrumsinfrastruktur können angemietete Colocation-Services dabei helfen, eine flexible und sichere Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. 

Kunden, die sich gegenüber dem Ausfall ihres eigenen IT- oder Netzwerkequipments sowie lokalen Stromausfällen absichern wollen, wählen für ihre Installationen unterschiedliche Rechenzentren auf demselben Datacenter-Campus aus. Entscheidungskriterien für die Rechenzentren sollten dabei unabhängige Hauseinführungen für Strom und Netzwerk sowie autarke Notstromversorgungen und Kühlsysteme sein. Dies resultiert in Unabhängigkeit zweier Rechenzentren bei der Versorgung, auch getrennte Brandabschnitte sind gegeben. Kurze Laufwege zwischen den Rechenzentren innerhalb eines Campus und unschlagbar günstige Netzwerkkosten sprechen für eine solche Lösung.

Kunden, die eine traditionelle Standort-Redundanz von rund 10 km wünschen, ist es möglich, durch das Campuskonzept von Interxion ihre Dual-Site-Konzepte innerhalb einer Metropolregion zu verwirklichen. So ist durch „Metro Connect“ eine zuverlässige, schnelle und kostengünstige Konnektivität zwischen den Frankfurter Standorten Ostend, Niederrad und Sossenheim möglich – zu Partnern, Lieferanten und anderen dort ansässigen Kunden.

Georedundanz im Sinne der aktuellen BSI-Empfehlungen mit 200 Kilometern Distanz sind durch die Standorte in Frankfurt und Düsseldorf abbildbar. Gleichartige Colocation-Services unter nur einem Vertrag sowie eine Vielzahl an Telekommunikationsunternehmen, die an beiden Interxion-Standorten präsent sind, erleichtern bereits seit Jahren die Implementierung eines solchen Redundanzkonzeptes.

Interxion: A Digital Realty Company ist ein führender Colocation-Anbieter, der die Digitalisierungspläne von Unternehmen auf der ganzen Welt begleitet. Er sorgt dafür, dass Branchen, in denen strenge Compliance-Vorgaben herrschen, eine moderne, energieeffiziente und zukunftssichere Rechenzentrumsumgebung für ihre heutige und zukünftige Redundanzanforderungen vorfinden.